10. Analthrombose
Definition:
Um die Analöffnung herum
befindet sich unter der Haut ein auch als Plexus hämorrhoidalis
inferior bezeichneter Kranz von Venen. Wenn nun der Abfluss aus diesen Gefässen
gestört wird, kommt es durch Stau zum Verschluss mit rasch eintretender
Schwellung und heftigen Schmerzen. Dieser Zustand wird als Thrombose (Gefässverschluss
) und von einigen Autoren auch als äussere Hämorrhoide
bezeichnet. Neben diesem Verschluss gibt es noch als Schwellungsursache das
Hämatom, also die Blutung aus einem Venenriss mit
sich anschliessend bildendem Blutgerinnsel. Obwohl beide Zustände
nahezu die gleichen Beschwerden verursachen, ist die Therapie doch
verschieden.
Ursachen:
Die Ursachen sind bis heute
nicht eindeutig geklärt, es fällt
nur ein Überwiegen beim maennlichen Geschlecht auf, wobei längere
Toilettensitzungen zu beobachten sind. Die Knoten sind gehäuft
bei 3 und 6 Uhr im Uhrzeigersinn zu sehen.
Beschwerden:
Plötzlich
auftretender heftiger Schmerz mit tastbarer Schwellung am Analrand. Das
Sitzen ist kaum möglich, der Allgemeinzustand wird stark beeinträchtigt.

Analthrombose
Behandlung:
Bei kleineren Knotenbildungen
kann erst mal unter Gabe von entzündungshemmenden
Salben, Medikamenten und Eisauflagen zugewartet werden. Lässt
sich unter dieser Behandlung keine Beschwerdefreiheit erzielen, so bleibt
nur die operative Therapie übrig. Bei einem Hämatom
reicht unter örtlicher Betäubung eine kleiner Schnitt
mit Ausräumung des Gerinnsels aus, wodurch die
Beschwerden schlagartig aufhören.
Wenn nun eine grössere Thrombose
vorliegt müssen oft auch die Venen durchtrennt bezw. manchmal auch der ganze
Knoten weggeschnitten werden. Dies kann ebenfalls in örtlicher Betäubung
erfolgen. Bewährt hat sich auch die gleichzeitige
Dehnung des Analkanals, die zu eineme besseren Blutabfluss führt.
İn der Proktoklinik
erfolgt bei Hämatomen unter örtlicher Betäubung nach
vorheriger Eisauflage die einfache Stichincison, also ein kleiner Schnitt
und Auspressen des Gerinnsels.
Bei Thrombosen allerdings kommt
ein anderes, nur in der Proktoklinik durchgeführtes Verfahren zum
Einsatz. İn regionaler Betäubung wird an der
Basis des vergrösserten Knotens ein kleiner Schnitt gesetzt und mit einem
nur 3,5 mm grossen “Minishaver” die Thrombose von innen ausgeräumt.
Zusaetzlich erfolgt eine sanfte Dehnung des Analkanals, wodurch der Abfluss
verbessert und ein erneutes Auftreten erschwert wird.
Auch wenn dieses Verfahren sehr
viel aufwendiger erscheint, wird zum Wohle des Patienten eine grösserer
Schnitt über der Haut oder gar ein totales Wegschneiden des Knotens
vermieden.
Nach dem Eingriff sind ausser
einer zu beachtenden Analhygiene und evtl. Einnahme von entzündungshemmenden
Medikamenten keine besonderen Verhaltensmaßregeln erforderlich.
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