7. Wie wird in der Proktoklinik behandelt?

Als Fachpraxis für minimal invasive Enddarmchirurgie, werden in der Proktoklinik Antalya sämtliche Eingriffe ambulant und in regionaler Betäubung durchgeführt. Dabei werden durch Kombination von bekannten Verfahren und auch eigenen Techniken die Nachteile auf ein Minimum reduziert und so der grösstmögliche Erfolg angestrebt.

Vorbereitung

 

Für alle Eingriffe in der Proktoklinik ist außer einem entleerten Mastdarm keine spezielle Vorbereitung erforderlich. Lediglich die in der Chirurgie allgemeinen Vorbereitungen wie Erhebung der Krankengeschichte (inbesondere Allergien oder Blutungsneigungen) und ggfs. laborchemische sowie internistische Kontrollen sind auch in der Proktoklinik üblich.
 

Erst- und zweitgradige Hämorrhoiden

- Laserverödung mit ultraschallgesteuerter Ligatur der Arterie und hämorrhoidaler Raffung: Mit Hilfe des ELVeS Lasers werden die vergrösserten Hämorrhoidalknoten zunächst einzeln von innen verödet. Hiernach werden die zuführenden Arterien der einzelnen Hauptknoten verschlossen und zusätzlich mit einer speziellen Nahttechnik vergrösserte Knoten gerafft. Mit einem speziellen Ultraschallstab werden noch etwaige Arterien aufgesucht und mit einer Umstechungsnaht ligiert.

Bei der HAL – Technik (Hämorrhoidal Arterien Ligatur) werden nur die versorgenden Arterien verschlossen. Die Besonderheit der eigenen Technik ist neben der Laseranwendung die Raffung zweitgradig vergrösserter Knoten, welche in ihrer natürlichen Positon fixiert werden. Es ist also ein Kombinationsverfahren, wobei eine rasche Heilung eintritt.

Vorteile: 

  • hohe Erfolgsquote

  • ambulante, schmerzlose Durchführung

  • nur eine Sitzung erforderlich

Nachteile:

  • vorübergehendes Druckgefühl

  • sehr selten Blutung

  • örtliche Betäubung erforderlich

Drittgradige Hämorrhoiden 

- Laserverödung und supraanodermales Lifting: Ebenfalls in örtlicher Betäubung werden die nach aussen vorfallenden, aber noch verschieblichen Hämorrhoidalknoten zunächst mit dem ELVeS Laser verödet und mit Hilfe einer speziellen Nahttechnik, mit der gleichzeitig auch die anführende Arterie verschlossen wird, an ihre natürliche Position zurückgehoben. Durch diese Nahttechnik werden die Knoten sozusagen geliftet. Zusätzlich werden mit dem Ultraschallstab die restlichen Arterien aufgesucht und umstechend verschlossen. Mit diesem teilweise eigenen Verfahren werden die Vorteile der Staplertechnik erzielt, ohne die Nachteile in Kauf nehmen zu müssen.      


Hämorrhoide

Vorteile:

  • Erfolgsrate hoch

  • ambulante, schmerzlose Durchführung

  • keine Darmenge

  • sehr kostengünstig

Nachteile:

  • selten Blutung

  • vorübergehendes Druckgefühl

  • örtliche Betäubung erforderlich


Viertgradige Haemorrhoiden

MİSSH nach Dr. Burgard (Minimal İnvasive Submuköse Subanodermale Hämorrhoidoplastie)  

Dieses einzigartige, neue Verfahren wurde durch den Kaiserslauterner Chirurgen Dr. Burgard entwickelt und stellt für fixierte, viertgradige Hämorrhoiden eine revolutionäre Entwicklung dar. İn örtlicher Betäubung werden an den einzelnen Knoten in einem schmerzarmen Bereich am Afterrand lediglich 1 cm grosse Schnitte angebracht und die hämorrhoidalen Gefäßpolster mit einem speziellen Shaver von innen ausgehöhlt. Anschliessend werden sie wieder an ihre natürliche Position vernäht, wobei die anführenden Arterien mit verschlossen werden. Zusätzlich werden mit dem Ultraschallstab noch die restlichen Arterien aufgesucht und umstochen.

Shaver
MISSH Operation

Dieses Verfahren wird im Ausland bisher nur an zwei Kliniken  und in der Türkei  nur von der Proktoklinik durchgeführt.

         

viertgradige Hämorrhoiden Nach der MISSH Operation

Vorteile:

  • keine ausgedehnten, offenen Operation mehr erforderlich

  • keine Verletzung der hochsensiblen Afterhaut mehr

  • schmerzarme, meistens ambulante Durchführung

  • kostengünstig

Nachteile:

  • selten Nachblutungen

  • drei kleine offene Wunden am schmerzarmen Afterrand

  • bei älteren Patienten manchmal kurzer Klinikaufenthalt erforderlich

 

Nach dem Eingriff 

  • İn der Regel wird als Abschluss nach jedem Eingriff eine Rektoskopie (untere Darmspiegelung) durchgeführt. Damit wird nicht nur der untere Darmabschnitt sondern nochmals der Operationsbereich nachkontrolliert.

  • Sofern keine Kontraindikation besteht, wird unmittelbar nach dem Eingriff ein entzündungshemmendes Zäpfchen eingebracht. Analtampons oder sonstige intraanale Einlagen werden nicht benutzt, nach dem Eingriff wird lediglich eine Vorlage platziert.

  • Nach dem Eingriff wird eine ein- bis zweistündige, bei der MİSSH eine ganztägige Nachbeobachtung durchgeführt.

  • Manchmal wird nach dem Eingriff ein durch die verschliessenden Nähte erzeugtes, leichtes Druckgefühl empfunden, was nur kuzzeitig andauert und mit Hilfe von Entzündungshemmern wie z.B. Voltaren gut behandelt werden kann.

  • Leichte Blutungen insbesondere nach der MİSSH sind normal, lediglich bei heftigem, hellroten Blutabgang sollte eine sofortige Kontrolle erfolgen.

  • Nach der MİSSH sollten für einige Tage warme Kamillesitzbäder und Ausduschen der kleinen Wunden insbesondere nach dem Stuhlgang erfolgen.

  • İn der Regel erfolgen nach 1 Woche und nach 6 Wochen ärztliche Nachkontrollen.

Letztendlich darf jedoch nicht vergessen werden, dass neben der Behandlung auch unbedingt die Umstände zu ändern sind, die zu dem Hämorrhoidalleiden geführt haben. Sonst ist die Gefahr des erneuten Auftretens immer gegeben


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